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Nov 11 2009

Das Runde muss ins Eckige

Abgelegt um 07:27 unter Kurzgeschichten

(In Gedenken an den gestern verstorbenen Robert Enke [Torwart, Hannover 96] und die Hinterbliebenen)

Im zarten Alter von sieben Jahren, begann ich in einem Dorfverein mit dem Fußballspielen. Jahrelang ging ich zum Training, absolvierte Spiele und sammelte unter mehreren Trainern eine Menge an Praxis und Erfahrung. In den ersten Teenager-Jahren, als die Ersten so langsam anfingen die Sportgetränke gegen das Bier zu tauschen, blieb ich weiter meinem Verein treu und trainierte was das Zeug hielt. In dieser Zeit verging meines Wissens kein Tag, an dem ich nicht wenigstens einmal gegen das runde Leder getreten habe.
Klar, träumte auch ich damals von einer großen Karriere, der Bundesliga und dem Adler auf der Brust. Deshalb wechselte ich dann auch mit 17 Jahren zu einem Viertligisten, der heutigen Regionalliga. Doch der Sprung darüber hinaus ist mir nie gelungen. Mit dem Profifußball ist es also nichts geworden, aber vielleicht geht mein Weg ja dennoch irgendwann einmal bis in die höchste Spielklasse – als Trainer.
Hätte ich das damals mit der Nationalmannschaft geschafft, hätte ich auch noch nicht einmal all diese Ausbildungen des DFB durchlaufen müssen. Wer es nämlich zu einem Einsatz als A-Nationalspieler geschafft hat, hat den Trainerschein quasi mit in der Tasche. So musste ich dann aber einige Aus- und Fortbildungen machen, Prüfungen ablegen und heutzutage habe ich nicht nur die Lizenz zum B-Trainer, sondern habe schon den A-Trainerschein, der mich dazu berechtigt Amateur- und Juniorenmannschaften zu trainieren, ja ich könnte damit sogar Bundesliga-Mannschaften der Damen trainieren.

Letztes Wochenende haben wir unser Heimspiel mit Ach und Krach 2:1 gewonnen. Welch ein Duselsieg, aber gewonnen! Ich habe darauf hin meinen Jungs gleich den Montag freigegeben. Wir trainieren ja eh nicht täglich, wie das bei den Profifußballern der Fall ist, aber Montag ist bei uns normalerweise Trainingstag. Wird allerdings verloren, ist am Anfang der Woche meist Straf- und Zirkeltraining angesagt. Da kommen meine Verlierer dann ordentlich ins Schwitzen.
Gestern haben wir dann noch einige Einheiten auf dem Programm gehabt. 5 gegen 2, Viererkette und Passspiel. Was gut ankommt ist das Fußballtennis, aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Morgen führe ich noch Einzelgespräche mit meinen Stürmern, die momentan Ladehemmung haben. Bei denen müssen die Köpfe endlich mal wieder frei werden.
Im DFB-Pokal sind wir auch gleich in der ersten Runde rausgeflogen, aber in der Liga halten wir uns momentan im sicheren Mittelfeld. Schade war im Pokal, dass wir Heimrecht gegen einen Zweitligisten hatten, doch unsere Stadionkapazität nur begrenzt war, da während dieser Zeit die Nordtribüne ausgebaut wurde. Sonst hätte es noch etwas mehr geklingelt, in der Vereinskasse.
Heute Abend habe ich einen Spieleabend angesetzt, damit der Teamgeist weiterhin wachsen soll und ich eh der Ansicht bin, dass man als Mannschaft auch außerhalb des Platzes eine Einheit sein sollte.
Nächste Woche steht ein Fanclubtreffen an (ja, auch Viertligisten haben ab und zu das Glück den einen oder anderen Fanclub zu haben) und in der Winterpause setzt sich der Vorstand wie jedes Jahr mit mir zusammen und dann schauen wir, was unsere Ziele waren, wo wir stehen und wie die Zukunftsperspektive aussieht. Da brauche ich mir dieses Jahr allerdings keine Sorgen zu machen, da ich den Klub letztes Jahr noch vor dem sicher geglaubten Abstieg rettete und wir nun wirklich auf einem ordentlichen Tabellenplatz in der Liga stehen.
Es ist schon interessant, wenn ich zurückblicke. Mein ganzes Leben war bislang voll und ganz dem Fußball gewidmet. Anfangs war ich Spieler. Als der Amiga rauskam, habe ich Fussball Managerspiele auf dem Computer gespielt, dennoch mein Training nie vernachlässigt. Der Sprung in den Profifußball ist ja leider nie geglückt und hier und heute sitze ich auf der Trainerbank. Vielleicht werde ich in ein paar Jahrzehnten ja sogar ein Mann im feinen Nadelstreifenanzug sein, der über die Köpfe der Trainer entscheidet. Aber noch sind die Vorstandsaufgaben nichts für mich. Da scheuche ich lieber ein paar Spieler über den Platz.
Mag jetzt vielleicht etwas nach Felix Magath klingen, doch ein Quälix bin ich mit Sicherheit nicht, auch wenn die Spieler hier und da mal eine harte Hand brauchen. Es gibt ja auch Trainer, die sogar Pressekonferenzen in Krankenhäusern abhalten. Nee, nee… ich stelle mich zwar gerne vor meine Mannschaft, aber im Mittelpunkt stehen ist nicht so mein Ding. Ich gehe lieber ruhig meiner Arbeit nach, fordere Respekt von den Spielern ein und werde, wenn es denn angebracht ist, auch mal lauter. Ob auf dem Platz oder in der Kabine. Aber sonst, bin ich doch eher ein ruhiger Trainer, der akribisch auf den Erfolg hinarbeitet.
Verdammt! Habe soeben einen Anruf von der Frau meines besten Innenverteidigers bekommen. Er liegt flach, Verdacht auf Schweinegrippe. Tut mir Leid, dass ich umgehend an das nächste Fußballspiel denke, aber muss er denn ausgerechnet gegen den Tabellenführer fehlen? Muss ich nun doch von der geplanten 5-4-1 Taktik zurück zur 4-4-2, wenn mir die Verteidiger ausgehen? Ich hoffe er ist bald wieder auf den Beinen.
Jetzt packe ich schnell noch einige Spiele in eine große Sporttasche ein, die ich heute Abend zum Spieleabend mitnehmen werde und eines darf natürlich nicht fehlen: Tipp-Kick.

4 Kommentare

4 Kommentare zu “Das Runde muss ins Eckige”

  1. Andyon 11 Nov 2009 at 19:46 1

    Wirklich ein tragischer Fall!

  2. Alexon 11 Nov 2009 at 20:54 2

    Ja, es ist einfach nur traurig! 🙁

    Und welch ein Zufall, dass das Thema passt. Ich hatte schon seit geraumer Zeit die Idee, den Fußballtrainer zu schreiben. Gestern war die Kurzgeschichte fertig und sollte heute geschaltet werden. Und als ich gestern Abend von der traurigen Nachricht erfahren habe, konnte ich nicht anders als ihm diesen Text hier zu widmen.

  3. Sebastianon 13 Nov 2009 at 00:28 3

    Soll seinen Frieden finden – wo immer er jetzt auch chillt, im Himmel, Jenseits oder wo auch immer!

    „Abend zum Spieleabend mitnehmen werde und eines darf natürlich nicht fehlen: Tipp-Kick.“

    lol

  4. Alexon 13 Nov 2009 at 11:08 4

    Hallo Sebastian,

    ja, der Gute hat nun Frieden. Auch wenn die ganze Geschichte einfach nur traurig ist. Frau, Kind, Traumberuf aber dennoch haben die Depressionen sein ganzes Leben zerstört. Traurig.

    Und es freut mich, dass das gute, alte Tipp-Kick ein Lacher gebracht hat! 🙂

    Angenehmes Wochenende Euch allen!

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