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	<title>workaBLOGic &#187; Call Center Agent</title>
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	<description>- hier wird ganze Arbeit geleistet -</description>
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		<title>Kein Anschluss unter dieser Nummer</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 23:27:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex (online)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Soap]]></category>
		<category><![CDATA[Call Center Agent]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist 9:00 Uhr morgens. Die Helligkeit im Schlafzimmer l&#228;sst einen erwachen, das weitere Hin- und Herdrehen, wird nichts mehr bringen, also bleibt einem nur noch das Aufstehen &#252;brig. Rein in die Klamotten und der erste Griff nach dem Aufstehen geht an die Kaffeemaschine, die schon am vorherigen Abend vorbereitet wurde. Direkt danach wird der PC gestartet, denn man m&#246;chte ja wissen, was es Neues im World Wide Web zu finden gibt und auch wie die Besucherzahlen des eigenen Blogs f&#252;r den gestrigen Tag gewesen sind.</p>
<p>Parallel werden schon einmal die Favoriten mit den ganzen News-Seiten abgerufen, damit man sieht, ob es ein interessantes Thema f&#252;r einen gibt, wor&#252;ber man selber ebenfalls etwas schreiben m&#246;chte. Nach den ersten Tassen Kaffee muss man sich dann doch mal vom PC losrei&#223;en, damit man sich um das Fr&#252;hst&#252;ck k&#252;mmert. Am besten man erledigt das gleich zusammen mit den Broten f&#252;r die Arbeit, denn in wenigen Stunden ist es wieder soweit, dass die Arbeit im Call Center ruft.</p>
<p>Schneller als man sich versieht, ist es schon Mittagszeit und ich muss mich auf den Weg zur Arbeit machen. Also raus aus den Wohlf&#252;hl-Sachen und rein in etwas, womit man sich auch sehen lassen kann. Dann schnell die Tasche gepackt und ab auf das Rad. Eine Viertelstunde sp&#228;ter ist man schon am Ziel und sucht schon einmal den Firmenausweis raus, da man ohne (aus Datenschutzgr&#252;nden) nicht mehr ins Haus gelassen wird. Ab in die richtige Etage und mal schauen, welcher Platz heute f&#252;r mich frei ist.</p>
<p>Wie jeden Tag kotzt es einen an, dass andere Kollegen nicht ihren M&#252;ll vom Arbeitsplatz beseitigen konnten.<span id="more-1852"></span> Schnell alles beiseite schieben, damit man sich selber mit seinen Dingen und Unterlagen ausbreiten kann und dann wird der PC gestartet. Es erfolgt die Passworteingabe Nummer eins, damit erst einmal das Betriebssystem starten kann, gefolgt vom zweiten Passwort, da intern nur mit Linux gearbeitet wird. Wenn es bis jetzt noch zu keiner Fehlermeldung gekommen ist, k&#246;nnte es ja mal ein Tag ohne Probleme werden. Dann starten wir doch mal alle notwendigen Programme, damit wir die Kunden verarzten k&#246;nnen.</p>
<p>Mist, sind schon wieder so viele Wochen vergangen, dass dieses dumme Programm mich auffordert, mein Passwort zu wechseln? Scheinbar wohl schon. Also &#252;berlegt man, was man dieses Mal benutzen k&#246;nnte, da jedes Passwort nur einmal funktioniert. Am besten noch aufschreiben, sonst steht man vielleicht am n&#228;chsten Tag da und wei&#223; nicht mehr, was man ausgew&#228;hlt hat.</p>
<p>Endlich l&#228;uft alles. Das Telefon wird mit der eigenen ID angemeldet und schnell wieder auf AUS geschaltet. Punkt 14:00 Uhr wird dann das Telefon f&#252;r die Kunden freigeschaltet und insgeheim hofft man, dass es nicht sofort losklingelt. Leider interessiert es die Kunden nicht, dass man gerade dabei ist nachzulesen, wie seit heute die Abl&#228;ufe erledigt werden m&#252;ssen. Scheinbar haben die nur auf mich gewartet, denn prompt klingelt das Telefon.</p>
<p>Also ran an den Feind, ein kurzer Klick und dann geht&#8217;s los. &#8220;Herzlich Willkommen bei&#8230; &#8221; und schon f&#228;ngt der Kunde an mich mit seinem Problem zu begl&#252;cken. Wie sch&#246;n, es ist etwas einfaches und simples, was zum Gl&#252;ck keiner gro&#223;en Arbeit bedarf, aber der Kunde m&#246;chte ja noch weiter rummeckern, da er sich ungerecht behandelt f&#252;hlt. Wie gut, dass er nicht sehen kann, was ich ihm gerade zeige. Alleine deshalb sollte es niemals Bildtelefone in Call Centern geben. Und wenn das nicht reicht, habe ich ja noch die Taste um das Mikrofon abzuschalten. Dann kann ich dem mal sagen, was ich so denke&#8230; Zum Gl&#252;ck h&#246;rt er es ja nicht. Zumindest solange nicht, wie diese Austaste am Mikro funktioniert. Ah, der Kunde holt mal kurz Luft, bevor er weiter meckert. Somit nutze ich die Chance und falle ihm ins Wort. &#8220;Tut mir Leid, aber daf&#252;r bin ich nicht zust&#228;ndig. Da m&#252;ssen Sie mit einer anderen Abteilung sprechen. Einen kleinen Moment bitte, ich stelle Sie durch.&#8221; Und schwups, weg ist der Kunde und ein leichtes Grinsen kommt in meine Mundwinkel. Dabei denke ich mir: w&#228;rst du lieb und freundlich geblieben, h&#228;tte ich dir garantiert auch weiterhelfen k&#246;nnen. Aber wer nur meckern will, soll dass gef&#228;lligst nicht bei mir tun.</p>
<p>Der Rest l&#228;uft vern&#252;nftig ab. Das sind zum Gl&#252;ck normale Kunden, die froh dar&#252;ber sind, wenn sie freundlich und kompetent beraten werden. Einige lassen sich sogar noch einiges zus&#228;tzlich aufquatschen, was auch mir in Form einer Provision zugute kommt. Zwischendurch mal ein kleines P&#228;uschchen mit den Kollegen, um ein wenig &#252;ber die Kunden abzul&#228;stern. Man g&#246;nnt sich ja sonst nix und wenn gerade nicht zuviel zu tun ist, kann ma  ja mal ein wenig im Internet st&#246;bern. Zumindest dann, wenn keiner der Vorgesetzten in der N&#228;he ist, da das Surfen ja offiziell gar nicht erlaubt ist.</p>
<p>Und schneller als man denkt, ist es kurz vor Acht und um 20:00 Uhr werden die Telefone abgeschaltet. Ab dann muss der Kunde sich mit dem Anrufbeantworter begn&#252;gen. Man z&#228;hlt schon die Sekunden bis zum Augenblick an dem man endlich den Ausschalter dr&#252;cken darf. Nein, das ist nicht wahr! Eine Minute vor Acht und das Telefon klingelt. Wenn der Kunde jetzt etwas gr&#246;&#223;eres hat, sitze ich hier noch bis lange nach 20:00 Uhr. Einfach nicht rangehen darf ich auch nicht. Das w&#252;rde negativ auffallen. Was also tun? Ich mache es mir ganz einfach, damit der Kunde mich nicht von meinem Feierabend abh&#228;lt. Ich nehme das Gespr&#228;ch an und dr&#252;cke sofort die Taste zum Verbinden. Dann wird der Kunde kurz in die Warteschleife geschickt, damit er sich anh&#246;ren kann, dass kein Mitarbeiter mehr verf&#252;gbar ist, da er au&#223;erhalb der Gesch&#228;ftszeit anruft. Geschafft! Ich bin ihn los und kann alles abschalten &#8211; mich inklusive. Somit ist endlich Feierabend!</p>
<p style="text-align: right;">(<a href="http://pesuki.blogspot.com/" title="Pe-Su-Ki" target="_blank" rel="nofollow">Peter</a>)</p>
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