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	<title>workaBLOGic &#187; Hebamme</title>
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		<title>Auf den Fersen der Storchentante</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 22:27:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Soap]]></category>
		<category><![CDATA[Hebamme]]></category>

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		<description><![CDATA[Morgens 4 Uhr. Im Halbschlaf h&#246;rt man das Piepen des Pagers und hofft unterschwellig dass es nur ein Irrtum ist oder ein Traum. Kein Irrtum, das Ding piept permanent weiter. Also raus aus dem Bett und los geht&#8217;s. Keine Zeit f&#252;r eine Dusche, keine halbe Stunde im Bad um sich zu schminken und Z&#228;hnchen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Morgens 4 Uhr. Im Halbschlaf h&#246;rt man das Piepen des Pagers und hofft unterschwellig dass es nur ein Irrtum ist oder ein Traum.<br />
Kein Irrtum, das Ding piept permanent weiter. Also raus aus dem Bett und los geht&#8217;s. Keine Zeit f&#252;r eine Dusche, keine halbe Stunde im Bad um sich zu schminken und Z&#228;hnchen zu schrubben. Das muss alles warten. Ich springe nur in die Jeans, T-Shirt, Jeansjacke dr&#252;ber, Handy, Autoschl&#252;ssel, das ber&#252;hmte &#8220;K&#246;fferchen&#8221; und los geht&#8217;s&#8230;</p>
<p>Es ist dunkel und mir ist kalt. Im Gedanken geht man die Patientenkarte und Krankengeschichte der Patientin durch.<br />
Termingeburt? Zu fr&#252;h? K&#246;nnten Probleme kommen?<br />
Mike Oldfield dudelt leise aus dem Autoradio als ich meinen Wagen vor einem kleinen Einfamilienhaus abstelle.<br />
4:45 Uhr. Ein aufgeregter Mann &#246;ffnet sofort die Haust&#252;r um mich rein zu lassen. Seine Stimme &#252;berschl&#228;gt sich um mir mitzuteilen wie es seiner Frau geht.</p>
<p>Im Wohnzimmer grinst mir eine junge Frau entgegen mit den Worten &#8220;Endlich, der Zwerg l&#228;sst sich aber auch Zeit&#8221;. Ich grinse zur&#252;ck, erleichtert dass sie entspannt ist und nicht aufgeregt oder gar verzweifelt wie in vielen F&#228;llen. Ich checke die Vitalwerte, erkundige mich nach den Abst&#228;nden der Wehen und rufe einen Krankenwagen. Regelm&#228;&#223;ige Wehen alle vier Minuten Zeit um ins Krankenhaus zu fahren.</p>
<p>Inzwischen ist die Oma der Familie da um sich um die zwei Kleinen zu k&#252;mmern die seelig ruhig schlafen, w&#228;hrend ihr Geschwisterchen sich langsam aber sicher auf den Weg macht. Der werdende Papa ist schon startbereit mit Tasche und Handy bewaffnet und begleitet seine Frau mit dem Krankenwagen. (Er ist verd&#228;chtig blass um die Nase&#8230;)<br /><span id="more-1496"></span><br />
<br />
Ich steige in meinem Wagen und folge ihnen. In der Klinik angekommen &#252;bernimmt eine Kollegin die werdende Mama, die in der Zwischenzeit schon mit zusammen gepressten Lippen und zischenden Ger&#228;uschen spricht. Ich begleite sie noch zum Untersuchungsraum.<br />
Hier wird sie nun an das CTG (Cardiotokographie = simultane, also gleichzeitige Herzton- und Wehenaufzeichnung. Bei der Messung kann entweder ein akustisches Signal umgewandelt werden, wenn die Herzt&#246;ne &#252;ber die Bauchdecke der Mutter abgeleitet werden oder es kann direkt &#252;ber elektrische Schwankungen durch eine kleine Elektrode, die am K&#246;pfchen oder am Stei&#223; des Babys befestigt wird, aufgezeichnet werden) angeschlossen und die Hebamme wird pr&#252;fen wie weit der Muttermund ge&#246;ffnet ist. Durch eine vaginale Untersuchung wird ertastet wie der Geburtsverlauf steht.</p>
<p>Ich dr&#252;cke die werdende Mama lieb und w&#252;nsche ihr alles Gute mit dem Versprechen sp&#228;testens am n&#228;chsten Morgen reinzusehen.<br />
Die Entbindung selber wird die diensthabende Klinik-Hebamme leiten.<br />
Ich selber habe Bereitschaft und habe an diesem Tag weitere Hausbesuche und Nachsorge Termine. F&#252;r den werdenden Papa gibts einen aufmunternden Sto&#223; in die Seite &#8220;Hey, das packst du&#8221;.</p>
<p>5:30 Uhr. Langsam wird das Krankenhaus wach. Patienten, Schwestern, &#196;rzte eilen durch die G&#228;nge. Ich gehe ins Schwesternzimmer und schnappe mir den ersten Kaffee des Morgens. Werde &#252;ber den neuesten Tratsch informiert und sehe mir schnell die Urlaubsfotos von Katrin an.</p>
<p>6:30 Uhr. Wieder Zuhause, Kaffee, Zigarette, duschen, telefonieren, Sp&#252;lmaschine ausr&#228;umen, Waschmaschine einr&#228;umen, PC hochfahren. Mails beantworten, bloggen, im Forum nach dem Rechten sehen. Nebenbei Schreibkram. Krankenkassenabrechnungen, Patientenstatistiken und Co.</p>
<p>Inzwischen Junior wecken und eine heisse Diskussion f&#252;hren &#252;ber Mopeds und Mopedf&#252;hrerscheine. Sohnemann in die Schule schicken mit dem Hinweis, dass Mopeddebatten nur mit Leuten gef&#252;hrt werden die ihre Englischnoten verbessern.</p>
<p>Telefon. Eine junge Frau, erstes Kind, 18. Schwangerschaftswoche. Sie hat Schmerzen, macht sich Sorgen.<br />
Jacke, Autoschl&#252;ssel und wieder geht&#8217;s los. Nach einem Gespr&#228;ch, jeder Menge Fragen und einer Tasse Tee beruhigt sich die Lage. Die Schmerzen sind Bl&#228;hungen. Zuviel Obst am Vortag. Klar dass es im B&#228;uchlein rumort. Mit dem Baby ist alles ok.</p>
<p>Mit einem Blick auf die Uhr geht es zum n&#228;chsten Termin. Eine Nachsorge. Eine W&#246;chnerin, die Frau unseres Optikers (&#252;brigens sehr zum empfehlen der gute Mann). Sie hat ambulant entbunden und ist mittlerweile mit dem Baby zuhause. Der Kleine ist 3 Tage alt. Nachsehen wie es Mama und Kind geht ob es mit dem Stillen klappt, Fragen oder Probleme abkl&#228;ren usw. Routine, aber sch&#246;ne Routine&#8230;<br />
N&#228;chster Termin, wieder ein Hausbesuch. 34. Schwangerschaftswoche. Gespr&#228;che &#252;ber geschwollene Beine und R&#252;ckenschmerzen. Abtasten und h&#246;ren wie es dem Bauchzwerg geht.</p>
<p>Wieder nach Hause. Ich bin m&#252;de, habe Hunger und m&#252;sste f&#252;r die Junkies noch ein paar Partnermails beantworten. Essen machen, aufr&#228;umen und endlich Zeit f&#252;nf Minuten die Beine hochzulegen.<br />
F&#252;nf Minuten? Ich werde durch das Klingeln des Telefons wach.</p>
<p>Der Mann einer Patientin. Sie ist bereits in der Klinik.<br />
Mit einer Kollegin zusammen holen wir denn neuen Erdenb&#252;rger. Ein kleines M&#228;dchen, topfit und gesund. Die Stimmung ist sanft und liebevoll als das kleine M&#228;dchen auf der Brust der Mama liegt und von ihren Eltern mit streicheln begr&#252;&#223;t wird.<br />
Inzwischen ist es fr&#252;her Abend.<br />
Im Schwesternzimmer duftet es nach frischen Kaffee. Ich setze mich in das rein, nehme mir einen Becher Kaffee und ein St&#252;ck Obstkuchen vom Vortag. Kleiner Smalltalk mit dem neuen Stationsarzt. (Wow, sieht auch nicht &#252;bel aus&#8230;)</p>
<p>20 Uhr. Meine Bereitschaft ist zu Ende. Keine Telefonanrufe mehr, keine Kugelmamas mehr. Ein ruhiger, entspannter Abend.<br />
Fast. Die Moped Diskussion von heute Morgen geht weiter&#8230;</p>
<p style="text-align: right;">(<a href="http://www.kaffeejunkies.at/" title="Kaffeefreak" target="_blank">Michaela</a>)</p>
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