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workablogic.de nimmt sich als Hauptziel jeden Winkel der Arbeitswelt in Form von Kurzgeschichten mit Witz darzustellen. Es ist in jedem einzelnen Beitrag immer ein Schuss Humor mit drin und es werden auch hier und da typische Klischees, wissenswerte Informationen, Wahrheiten und auch Tipps mit eingebaut. So soll workaBLOGic dem Leser Spaß vermitteln aber darüber hinaus auch informieren und man sollte nach jedem Artikel wieder ein Stückchen schlauer sein. Die gesamte "Arbeitswelt" ist als eine Art Soap aufgebaut und somit ist jeder Beitrag in irgendeiner Form an den vorherigen gekoppelt. Ich wünsche Euch viel Spaß auf workablogic.de, Euer Alex

Sep 23 2009

Ich schubse für mein Leben gern

Abgelegt um 07:27 unter Kurzgeschichten,Videos

Ich ziehe mein Handgepäck hinter mir her und gehe in Richtung Ausgang. Es ist jedesmal die gleiche Prozedur. Sobald wir gelandet sind und die letzten Passagiere das Flugzeug verlassen haben, greife ich nach meinem Mobiltelefon, schalte es ein und wähle die Nummer meines bevorzugten Taxiunternehmens. Wenn die Maschine dann fertig zum Verlassen ist, mache ich mich mit meinem hinter-mir-her-ziehenden Köfferchen auf den Weg durch den Terminal bis vorne hin zum Taxistand, wo dann auch bereits mein gerufenes Taxi auf mich wartet. Wieder in der Heimat und ab nach Hause.
Ich bin von Beruf her Flugbegleiterin, oder wie es meist genannt wird Stewardess. Einige benutzen auch gerne den Begriff Saftschubse, worüber ich wirklich herzlich lachen kann. Bei Notrutsche hört der Spaß dann allerdings auf. Wussten Sie, dass sich Saftschubse seit 2004 doch tatsächlich sogar im Duden wiederfindet?!
Und obwohl wir unseren Beruf in jedem Wörterbuch finden, gelten wir in Deutschland als formal nicht qualifizierte Arbeitskräfte und unsere Tätigkeit ist nicht als Ausbildungsberuf anerkannt. Flugbegleiter werden zwar in einem mehrwöchigen Grundkurs theoretisch und praktisch ausgebildet, aber die Ausbildung endet mit einer firmeninternen Abschlussprüfung, die staatlich nicht anerkannt ist.
Dennoch war und ist es immer noch mein Traumberuf. Ich bin bei jedem Flug mit Menschen in Kontakt, ganz zu schweigen von den süßen Kindern, die ganz aufgeregt sind und gebannt aus dem Flugzeug starren. Darüber hinaus komme ich viel in der Welt rum und auch die sonstigen Ermäßigungen wie die preisreduzierten Flugtickets und andere Rabatte bei touristisch angebotenen Dienstleistungen, sind nicht zu verachten.
Klar gibt es wie in jedem Beruf auch negative Aspekte. Die Zeitumstellungen, der sogenannte Jetlag, man ist oft und lang von seinem sozialen Umfeld zuhause weg und wir haben weder Anspruch auf freie Wochenende noch Feiertage. Dafür haben wir aber bei Vollbeschäftigung zehn freie Tage im Monat beziehungsweise 35 freie Tage im Quartal. Einige meiner Kollegen haben auch häufig mit Schlafmangel zu kämpfen. Was dieses Problem anbelangt, bin ich jedoch wie ein Kleinkind – ich kann immer und überall gut schlafen. Und was man zwar auch hin und wieder mal liest und hört, mir jedoch noch nicht passiert ist, ist der vulgäre und peinliche Klapser auf den Hintern von Fluggästen.
Meist sind es ja sogar die aus der First Class, die sich zwar vorkommen wie Graf Koks aber sich aufführen wie die letzten Rabauken. Was diese dann natürlich meistens auf den Alkohol schieben, wenn es leider mal zu Diskussionen kommt. Aber es ist ja klar, dass sie selbst nie die Schuldigen sind. Nein, nein. Der schlimme, schlimme Alkohol.
Gerade eben noch während des Fluges hatten wir ein Paar, welches die Reise in der genannten First Class gewonnen hatte. Ich hatte selten solch angenehme Gäste zu bedienen. Sie waren höflich, haben sich nicht wie andere kostenlos abfüllen lassen und haben einfach nur den Komfort und vor allem ihre Beinfreiheit genossen.
Auf eines will ich aber noch eingehen. Heutzutage sind die Flugbegleiter für die Gewährleistung von Sicherheit an Bord und die Betreuung der Passagiere verantwortlich. So geben wir am Anfang jedes Fluges die Sicherheitseinführung – umgangssprachlich auch Wasserbalett genannt – durch und belegen ein regelmäßiges Feuertraining, üben eine eventuelle Evakuierung, doch anfangs wurde der Flugbegleiter wegen eines ganz anderen Grundes eingeführt.

Am 15. Mai 1930 begleitete die Krankenschwester Ellen Church aus Iowa als erste Flugbegleiterin einen Flug. Davor gab es bereits 19 Jahre lang den Bordsteward, doch ab der ersten Flugbegleiterin gab es Widerstand der Stewards und Piloten wie auch der Ehefrauen der Piloten. War da jemand neidig auf Miss Church?
Jedenfalls wurde der Beruf Flugbegleiter damals ins Leben gerufen um durch die Präsenz an Bord eine beruhigende Wirkung auf Passagiere auszuüben, und damit die Flugangst vor dem damals immer noch als exotisch und neuartig empfundenen Verkehrsmittel Flugzeug zu verringern.
So, jetzt aber genug zwischen Himmel und Erde. Ich habe mich tapfer durch die langen Gänge, die vielen Gebäude und die Menschenmassen gekämpft, hätte dabei zwar fast eine Frau mit meinem Trolley über den Haufen gefahren, aber nun bin ich gut bei meinem Taxi angekommen. Jetzt geht es erstmal nach Hause in die Dusche, heute Nachmittag zur Gynäkologin. Morgen steht noch ein Zahnarzttermin an, ehe es dann wieder auf Reisen geht. Der Terminkalender ist halt immer proppevoll, wenn man mal zuhause ist. An der Bundestagswahl am Wochenende, habe ich wie vor 4 Jahren auch per Briefwahl teilgenommen. Immer noch die sicherste Variante, dass meine Stimme gehört wird, weil man ja nie wissen kann wo man an dem Tag wieder in der Weltgeschichte unterwegs ist.

4 Kommentare

4 Kommentare zu “Ich schubse für mein Leben gern”

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Patrick Lindau und Schinken oder Käse?. Schinken oder Käse? sagte: Die neue Soap-Folge der Flugbegleiterin ist online! http://bit.ly/aHreN (via @workablogic) – Per Taxi vom Dienst nach Hause?? Will ich auch! […]

  2. Alexon 24 Sep 2009 at 08:29 2

    Welch prominenter Gast in meiner bescheidener Hütte.
    Patrick Lindau, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands in der Hauptstadt von Ostwürttemberg, wie auch „Schinken oder Käse?“ haben diese Soap-Folge gezwitschert.
    Ich sage herzlichen Dank an Euch Beide. Wieso erscheint die Flugbegleiterin denn als Spießerin, Herr Lindau?
    Wünsche Euch einen angenehmen Donnerstag!

    Euer Alex

  3. Arvenon 24 Sep 2009 at 11:46 3

    Oh als Kind war das mein Traumberuf. „Saftschubse“ – das kannte ich nicht *gg*
    Nun ja und was ist aus mir geworden?
    Eine Storchentante.

    Also eines habe ich mit dieser jedenfalls Dame gemeinsam, ich kann auch überall schlafen wenn ich müde bin.
    Auch beruflich bedingt, ich habe permanenten Schlafentzug von daher könnte ich auch im Stehen schlafen 😉

  4. Alexon 24 Sep 2009 at 12:03 4

    Hey Arven,

    ich kann mir gut vorstellen dass Flugbegleiterin ein Traumberuf ist bei Kleinkindern. Und dass du einen neuen Begriff mit „Saftschubse“ gelernt hast, freut mich! 🙂
    Zum Schlaf… das mit „im Stehen schlafen“ wollte ich noch immer mal versuchen, nur bei den eventuellen Turbulenzen unterwegs, ist das wohl eher was für zu Hause oder sonstwo, nicht allerdings unterwegs im Flugzeug wenn ich „schubsen“ muss! 😉

    Angenehmen und turbulenzfreien Donnerstag wünsche ich dir und allen anderen hier drin!

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