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Nov 03 2010

Ein Kuss für den Bus

Abgelegt um 08:46 unter Kurzgeschichten

Ich setze den Blinker, fahre rechts ran und öffne die Türen. Eine Dame steigt vorne ein und zeigt mir ihren gültigen Fahrausweis den ich mit einem kurzen Nicken anerkenne. Hinten bei der Tür fahre ich per Knopfdruck eine kleine Rampe aus, damit die ältere Frau mit Ihrem Rollstuhl ohne große Umstände in den Bus reinfahren kann.
Währenddessen schließe ich vorne mein kleines Fenster, denn der Herbst hat Einkehr erhalten. Es ist verdammt kalt geworden die letzten Tage.
Ich schaue in den Rückspiegel, der mir das Innere des Busses zeigt. Die ältere Frau hat sich nun mit ihrem Rollstuhl in die für sie vorgesehene Ecke eingeparkt, die Bremsen sind gezogen und somit kann ich mich zur nächsten Bushaltestelle aufmachen.
Von Beruf her bin ich Busfahrer und gehöre damit in die Kategorie der Berufskraftfahrer.

Ein für sich hatte ich mir damals in der Schule geschworen, dass ich nie Schichten arbeiten will, da ich wegen meines Vaters selbst erfahren musste wie unregelmäßig er zuhause war und somit für uns da war. Doch nun bin auch ich einer der Arbeiter geworden, der auf Schichten arbeitet und versuche so gut es geht für meine beiden Kleinen – die Frau nicht zu vergessen – da zu sein.

Nun bin ich schon einige Jahre im Geschäft und will meinen Wackelstuhl nicht missen. Wackelstuhl daher, da der Fahrersitz bei jeder Unebenheit nachgibt, nicht weil mein Arbeitsplatz gefährdet ist. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich das erste Mal, als ich in der Fahrschule war um meinen D-Führerschein zu machen, über eine ordentliche Bodenwelle gefahren bin. Gut gelacht hatte ich damals, heute habe ich mich jedoch daran gewöhnt. Man kommt sich vor wie auf einem Wasserbett. Naja, zumindest so würde ich es mir vorstellen.
Ab und an kommt es auch zu Small Talk mit den Fahrgästen die sich in den ersten zwei, drei Reihen niederlassen. Und auch die Jugend, meist hinten im Bus verschanzt, hält mich fast tagtäglich auf Trab.
Meist genügt nur ein droher Ruf, doch ab und zu muss ich dann doch aufstehen um die Kleinen zurechtzustutzen. Streitereien, Schläge oder Vandalismus im Bus ist auch heute leider keine Seltenheit unter der heutigen Jugend.
Apropos Jugend, da wir nun zuhause Zuwachs bekommen haben, geht es heute Nachmittag nach meiner Schicht noch schnell Babykleidung kaufen, ehe es mit Frau und Kindern zur Besichtigung einer neuen Wohnung geht. Unsere wird nun allmählich doch zu klein und somit treffen wir uns mit einem Makler.
Dass es nun tatsächlich schon wieder über zehn Monate her ist, als wir noch den Schwangerschaftstest in Händen hielten. Wahnsinn wie die Zeit vergeht.
Noch nimmt unser neue Erdankömmling nicht wirklich viel Platz ein und deswegen haben wir auch gottseidank ein wenig Zeit was die Wohnungssuche angeht, aber dennoch sind wir froh, wenn wir ein neues, größeres Heim für unsere wachsende Famlie gefunden haben.
Jetzt aber muss ich erst einmal die Schicht zu Ende fahren, ehe ich das einkassierte Geld einsacke und der nächste Fahrer meinen Bus übernehmen wird.

4 Kommentare

4 Kommentare zu “Ein Kuss für den Bus”

  1. JürgenHugoon 03 Nov 2010 at 17:06 1

    Ei wei, Bus fahr ich öfter mal – aber nur hinten, grins. Früher hab ich so „teil/halb-möbliert“ direkt in der Innenstadt gewohnt – da konnt ich überall (Rathaus/Ämter/Fußgängerzone etc.) gemütlich zu Fuß hingehen.

    Wohnkomfort war nahe „0“, das hab ich aber vorher gewußt. Die Vermieterin hats mir gesagt: „Wir stecken nur das nötigste in das Haus“ . Ich bin aber trotzdem eingezogen, weil das eben mitten in der Stadt war. Immerhin war Kabelanschluß imKeller, den hab ich mir mit meinem Nachbarn geteilt. Ich hab mich mit der Frau ganz gut verstanden – die war vom alten Schlag unnd so in meinem Alter. Ich war auch der einzigste, der (von den Mietern) einen Kellerschlüssel hatte. 2006 mußte ich da ausziehen, die haben das Haus verkauft, weil die Renovierung zu teuer gewesen wäre. Ich hab aber ein halbes Jahr länger Zeit zum Suchen gehabt: „Och, sie können ruhig noch ´n paar Monate bleiben – der Kündigungstermin steht da nur so drin, weil sie ja ein offizielles Schreiben wollten.“ hat sie telefonisch gesagt. Da konnte man sich bei der auch drauf verlassen.

    Ich hab dann was passendes gefunden: alles schöner und besser, ruhige Nebenstraße – größerer Wohnblock, aber kein Krach und nix. Und auch Geschäfte, Bahnhof, Post – alles in Fußreichweite.

    Die Innenstadt aber eben nich mehr…man könnte schon – aber das ist bestimmt ´ne halbe Stunde zügig gehen – und auch ziemlich langweilige Strecke. Also fahr ich da eben einige mal im Monat mit dem Bus hin. Als ich voriges Jahr 2 Monate auf Krücken laufen mußte, hab ich aber immer bis 9 Uhr gewartet – damit auch alle Schulkinder weg sind – sonst ist der Bus „RIESENknüppeldicke“ voll, das geht schon ohne Krücken kaum, grins. Und ich mußte ja öfter zum Arzt in die Stadt.

    Das erste Mal hab ich richtig Bammel gehabt, das ich in den Bus reinkomm, mit den Krücken. Später ging das dann aber. Ich bin auch meistens stehengeblieben – das sind nur 4/5 Stationen. Ich hab mich in eine Ecke geklemmt und auf das gesunde Bein gestellt – eine Krücke schön „verkeilt“ – so schnell kann der Bus „gaanich“, das ich da umfall. Auf jeden Fall war das kommoder, als sich umständlich hinzusetzen und wieder aufzustehen – die Krücken sind ja überall im Weg.

    Na, Gott sei Dank war das nur 2 Monate, das mit den Krücken. Die meisten Busse hier sind nicht mehr „städtisch“ – die haben derbe ausgelagert…

  2. Krison 03 Nov 2010 at 20:33 2

    Netter Artikel, aber leider klingt es hier auch so, als sei der Schichtdienst das einzig Unschöne als Berufskraftfahrer. Ich bin selbst einer und muss Dir leider sagen, wer auch immer Dir bei der Recherche geholfen hat, ist wohl nur Fahrgast im Bus. Oder es ist ein Bahnbusfahrer im Überlandbus, der tatsächlich das Wort Stress – vor allem im Stadtverkehr – nicht kennt.

  3. Alexon 04 Nov 2010 at 08:53 3

    Hallo JürgenHugo und Kris.

    – JürgenHugo, bin froh, dass das mit den Krücken nur 2 Monate war. Und auch das ist wohl noch lang, wenn man dauernd auf Krücken unterwegs sein muss. Aber es ist ja nun überstanden und die Kinder im Bus hast du ja gut vermieden. 😉

    – Kris, danke für deine Meinung und herzlich Willkommen auf workablogic.de. Vom Stress her habe ich an sich nur die „Jugend“ genannt, die einen ab und an wirklich auf die Palme bringen kann. Aber sonst ist es halt neben dem üblichen Stadtverkehr-Stress auch noch den Terminplan, den es stets im Auge zu behalten gibt. Aber da es sich hier um eine Linie handelt, die vor allem in kleinen Dörfern rum tingelt und nichts mit einer Großstadt wie Berlin, Frankfurt oder München zu tun hat, ist das dann schon recht angenehm.

    Wünsche Euch beiden einen angenehmen Donnerstag und im Bus stets eine angenehme Fahrt.

    Alles Gute, Alex

  4. billigmannon 07 Nov 2010 at 13:09 4

    Dann lieber mit dem Auto fahren. Ist aber überall leider Verkehrchaos

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