Mai
11
2010
Ich bin geschafft. Wirklich kaputt.
Meinen Beruf würde ich gegen keinen anderen der Welt eintauschen wollen, aber ab und an ist man einfach nur noch fix und foxi. Kein Wunder, wenn man auf Schichten arbeitet. Die Frühschicht ist von 6.15 Uhr bis 13.15 Uhr, Spätschicht von 13.00 Uhr bis 20.00 Uhr und die Nachtschicht von 19.45 Uhr bis 6.30 Uhr. Die Frühschicht habe ich jetzt erst einmal hinter mir, uffh.
Ich bin von Beruf her Altenpflegerin und arbeite in einem Altenheim, welches mir wirklich sehr viel Freude bereitet. Ja, man kann sagen, dass ich dafür prädestiniert war, denn man muss wirklich gemacht sein für einen solchen Job. Oder wie würden Sie reagieren, wenn ein Mann vor Ihnen die Hose runterlässt und sein großes Geschäft verrichten will? Würden Sie die dritten Zähne einer 93 jährigen Frau reinigen wollen? Oder sie noch womöglich abduschen? Man ist für die älteren Menschen da, hilft Ihnen, egal ob es nun aus medizinischer Sicht ist, oder wenn man Ihnen morgens nur in die Kleider oder die Dusche hilft. Das ist genau mein Job und meist sind die Bewohner des Altenheims auch sehr warmherzig, obwohl einem ab und zu auch verbitterte, nörgelnde Menschen unterkommen, aber wo gibt es diese nicht?!
Es ist dann auch meistens so, dass genau diese Menschen nie in ein Seniorenheim wollten und von der eigenen Familie regelrecht abgeschoben wurden. Ich finde alleine diesen Gedanken traurig und so versuche ich denen Menschen hier stets Freude zu bereiten und Ihnen einen angenehmen Lebensabend zu schenken.
Aber das liegt natürlich nicht allein an uns Pflegern, sondern auch an den älteren Menschen selbst und eben deren Umfeld. So gibt es zum Beispiel einen älteren Herrn, der hier fast täglich seine Mutter besucht. Ein sympathischer Mann mit – wie es mir scheint – zuviel Zeit im Leben, wenn man bedenkt wie oft dieser hier zu Gast ist. Aber schön ist es für die Frau, wenn Ihr Sohn so oft vorbeischaut. Da hat sie damals bei der Erziehung wohl einiges richtig gemacht, denn meist sind die Besuche hier eher weiblicher Natur.
Mir gefällt ja vor allem auch das Zwischenmenschliche mit den Menschen hier, denn in meinen Augen gibt es 3 Schwerpunkte als Altenpfleger: Pflege, Psychologie und vor allem auch die soziale Kompetenz.
Die Bewohner vertrauen einem die tollsten Geschichten aus Ihrem langen Leben an. Continue Reading »
Tags: Altenpflegerin
Apr.
14
2010
Als ich mich nach links vortaste, merke ich, dass meine Frau das Bett schon verlassen hat. Vermutlich sogar schon eine ganze Weile, denn kuschelig warm ist es unter ihrer Bettdecke nicht mehr. Ich drehe mich in die andere Richtung und schaue auf den Wecker. Wow, schon nach halb Zehn.
Eine Viertelstunde später sitze ich in der Küche und frühstücke. Wie ich durch das Fenster beobachten kann, ist meine Frau bereits draußen im Garten tätig. Nachdem ich mein Vollkornmüsli gegessen habe, gehe ich raus und nach einem Guten-Morgen-Kuss frage ich meine Frau, ob ich ihr im Garten zur Hand gehen kann.
„Herbert, du hast mir doch noch nie im Garten geholfen. Was soll denn die Frage?“. Ich muss gestehen, ich wollte hier guten Eindruck schinden bei Euch Lesern. Hat wohl nicht geklappt.
Ich bin Frührentner. Anfangs hat das Zusammenspiel mit meiner Frau wirklich überhaupt nicht geklappt, als ich aufeinmal wieder seit Jahrzehnten den ganzen Tag zuhause war. Es gab Meinungsverschiedenheiten beim Tagesablauf, beim Haushalt, ja, wirklich bei allem. Jetzt, nachdem ich einige Jahre in Frührente bin, haben wir uns… sagen wir, arrangiert.
Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich am Anfang meines neuen Lebens auch wirklich in ein Loch gefallen. Die Routine war weg. Bin ich sonst morgens gegen 7 Uhr aufgestanden, habe mich für die Arbeit rasiert, war gegen 8 Uhr auf der Arbeit, für 12:30 wieder zuhause zum Mittagessen und verlief mein Leben in geregelten Bahnen, stand ich nun auf einmal da, im Nichts.
Was sollte ich mit meinem neuen, so oft gelobten Rentnerleben anfangen? Morgens nach dem Frühstück hatte ich ja schon quasi wieder Feierabend. Continue Reading »
Tags: Frührentner
März
29
2010
Der Abschleppdienst fährt rückwärts auf unseren Parkplatz, ich gebe Lutz, unserem neuen Lehrling, noch ein paar Anweisungen und dieser kümmert sich dann um den gesamten Ablauf. Das Auto, welches der Abschlepper hinten auf seinem Wagen hat, wurde durch einen Unfall mit einem Lkw derart beschädigt, dass man hier nur noch von Totalschaden sprechen kann. Wir werden, wie bereits mit der Besitzerin vereinbart, den Wagen nun schätzen lassen und anschließend müssen wir als Autohaus schauen, ob wir diesen noch einmal instand setzen wollen und können oder ob wir ihn dann doch nur noch in Einzelteilen weiterverkaufen.
Zusammen mit meinem Vater und Bruder, bin ich in einem Gewerbebetrieb aus der Kfz-Branche tätig, einem Autohaus. In der Regel gibt es vier Bereiche, die wir als Autohaus betätigen. Einerseits natürlich den Fahrzeugverkauf von Neuwagen, wie auch den von Gebrauchtwagen. Darüber hinaus noch die Fahrzeugreparatur in der Werktstatt und den Zubehörverkauf.
Als Autohaus sind wir Vertragshändler des Fahrzeugherstellers und die Bereiche sind bei unserem Familienbetrieb genau aufgeteilt. Mein Bruder kümmert sich hauptsächlich um die Gebrauchtwagen, ich bin meist im Verkaufsraum zu finden, da ich mich um den Absatz der Neuwagen kümmere und unser Vater versucht sich nach und nach aus allen geschäftlichen Bereichen zurückzuziehen, hat dennoch alle Fäden in der Hand. Er kann und will einfach noch nicht loslassen.
Wir scheinen fast noch eine kleine „Insel“ zu sein, denn in den letzten Jahren haben sich immer mehr Autohäuser zu Autohaus-Gruppen zusammengeschlossen, doch sind wir bislang immer noch recht eigenständig und gehören somit keinem dieser Kettenbetriebe an. Noch nicht zumindest.
Letztes Jahr kam die Wirtschaftskrise, der Staat hat die Umweltprämie (Wort des Jahres 2009, auch als Abwrackprämie bekannt) eingeführt und da die sogenannten Experten uns Autohäusern eine düstere Zukunft prophezeihen, muss man halt schauen, wo man bleibt. Hoffentlich nicht auf der Strecke. Continue Reading »
Tags: Autohaus-Geschäftsführer
Feb.
23
2010
+++ Jubiläum +++ 50. Folge +++ Jubiläum +++ 50. Folge +++
Heiliger Bimbam! Schon von weitem erkennt man den umgestürzten Lastwagen. Auf der anderen Straßenseite hängt ein Kleinwagen am Baum. Um Letzteren werde ich mich dann bald kümmern. Die Polizei, Feuerwehr und zwei Krankenwagen sind bereits vor Ort. Ich stelle mein Abschleppfahrzeug an dem Straßenrand ab, begebe mich zum nächsten Polizisten und erkundige mich über die Lage.
Das Auto wollte dem Lastwagen ausweichen, worauf hin beide Fahrer in die entgegengesetzte Richtung gesteuert hatten. Der Laster ist darauf hin links in eine Böschung gerutscht und auf die Seite gekippt. Der Wagen hingegen hat den Lkw leicht touchiert und ist dann am Straßenrand an einen Baum geknallt.
Die Fahrerin des Autos kam mit nur leichten Blessuren davon und auch ihr Kleinkind im Fond, hat den Unfall sicher im Kindersitz überstanden. Den Fahrer des Lastwagens musste die Feuerwehr von der Beifahrertür her rausziehen, da das Fahrerhaus seitlich auf die Fahrertür gekippt war. Aber nach dem ersten Anblick bin ich froh, dass es doch noch so glimpflich ausgegangen ist.
Nun aber zu meiner eigentlichen Arbeit. Abschleppen, bergen, transportieren und sicher stellen.
Nach dem Unfall wurde ich von der Polizei informiert, dass ich einen verunfallten Pkw abtransportieren soll. Verunfallt klingt für mich noch etwas harmlos, wenn ich mir den Wagen genauer anschaue. Die Frontpartie ist seitlich komplett kaputt, vermutlich hat es auch den Motor zerhauen, die Vorderachse ist durch und auch die gesamte rechte Beifahrerseite ist verzogen. Kurzum Totalschaden.
Da hat die Mutter Glück gehabt Continue Reading »
Tags: Abschleppdienst
Feb.
04
2010
Ich werfe noch schnell einen Blick in meinen Kühlschrank. Ein Sandwich für morgen früh, zwei 500ml Wasserflaschen und das war es dann auch schon wieder. Naja, für den Start in den Tag wird es morgen reichen. Da ich ja eh die nächste Tankstelle ansteuern werde, kein Problem. Da werde ich mich dann mal wieder ordentlich eindecken.
Eindecken ist eine gute Idee. Ich schaue ob mein Fahrzeug abgesperrt ist und begebe mich auf meine Ruheliege. Hier im Fahrerhaus stehen mir zwar nur einige wenige Quadratmeter zur Verfügung, dennoch habe ich alles was ich brauche. Viele kleine Stauschränke, Klimaanlage für den Sommer, Standheizung, meinen erwähnten kleinen Kühlschrank, meine Ruheliege und zu guter Letzt ein Foto meiner Verlobten. Berufskraftfahrerherz, was willst du mehr?!
Die Sonne weckt mich. Ich bin zwar noch recht müde, hier auf der Raststätte ist auch noch alles ruhig, doch ich muss weiter. Nach dem ersten Toilettengang bin ich dann auch schon etwas frischer, esse mein belegtes Brötchen und der Arbeitstag kann beginnen. Schnell schaue ich mir noch meine Route an indem ich mein Navigationssystem anschmeiße.
Mein Lkw biegt auf die noch recht leere Autobahn und es kann losgehen.
Ich bin froh, dass ich letzte Nacht schnell einen Ruheplatz für mich und meinen Lastwagen gefunden habe, denn in den letzten Jahren und Jahrzehnten, hat der Verkehr auf den Straßen wahnsinnig zugenommen und die Parkplatzsuche auf Autobahn-Parkplätzen, -Rasthöfen und Autohöfen gestaltet sich zunehmend schwieriger. Wenn wir als Fahrer nach vergeblicher Parkplatzsuche dann noch trotz Übermüdung zum Weiterfahren gezwungen sind, steigt das Unfallrisiko enorm.
Bei der nächsten Ausfahrt verabschiede ich mich schon wieder von der Autobahn, meine Tour wird über Landstraßen fortgesetzt. Ich habe mein Navigationsgerät extra so eingestellt, dass Autobahnen vermieden werden sollen. Hier heißt es für uns Lkw-Maut umfahren, wo es nur geht.
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Tags: Berufskraftfahrer
Jan.
25
2010
Tja, was soll ich mir denn jetzt noch abends im Fernsehen anschauen, wenn die sexy Cora das Big Brother Haus verlassen hat? Die allererste Staffel mit Zlatko und Co. habe ich mir damals noch täglich angetan, die Zweite mit Harry auch noch, aber seitdem konnte ich über dieses TV-Format an sich nur noch den Kopf schütteln. Bis zu diesem Mal.
Ich sitze oft mit meinem Laptop auf der Arbeit und vertreibe mir etwas die Zeit und da darf natürlich auch Twitter nicht fehlen, wo ich die Leute über mein Berufsleben auf dem Laufenden halte. Auf dieser Plattform bekam ich dann auch vor einigen Wochen auf einmal die Meldung, dass mich eine Cora verfolgt. Ich habe mich natürlich dran gehängt und siehe da… ein paar Wochen später lese ich, dass genau die bei Big Brother einzieht. Das musste ich natürlich einfach verfolgen.
Sonst hatte ich auch Gina Wild, alias Michaela Schaffrath (ebenfalls im Dschungelcamp verfolgt), in meinem Spind hängen, bis zu dem Moment, als aus mir Single auf einmal ein vergebener Mann wurde. Die Nackedeis verschwanden schnell aus meinem Spind, doch nun, wo ich nach drei Jahren wieder das Singleleben genieße, hat es Cora an die Stelle von Gina geschafft. In meinem Arbeitsschrank zumindest.
Das mit den Pinup-Girls ist auch irgendwie mehr aus Rivalität zu seinen Mitarbeitern, als dass man es wirklich braucht. Aber irgendwann fing ein Kollege damit an und kurze Zeit später, will jeder den anderen mit noch besseren Fotos toppen. Tja, so sind wir hier bei unserer Berufsfeuerwehr.
Wobei man sagen muss, dass nicht nur Männer bei uns arbeiten, sondern auch zwei Frauen. Insgesamt liegt die Frauenquote bei der Feuerwehr in Deutschland bei 7,25%.
Schon als Kleinkind habe ich gerne gezündelt. Kleine Matchbox-Autos mussten dran glauben, die Kerze auf dem Esstisch hat mich jedesmal in ihren Bann gezogen und als wir dann im Alter von zehn Jahren einen Schulausflug zur Flughafen-Feuerwehr unternommen hatten, war es um mich geschehen.
Ich sah die tollen, goldenen Helme der Arbeiter und auf einmal ging ein Raunen durch die Menge, als von dem Feuerwehrwagen der Wasserstrahl gestartet wurde – imposant. Vor allem für uns kleinen Knirpse. Continue Reading »
Tags: Feuerwehrmann
Jan.
13
2010
Ich frühstücke gemütlich mein alltägliches Schokomüsli, lese mich währenddessen schon auf einigen Blogs durch und verabschiede meine Frau mit einem Kuss in Richtung Arbeit. Das anschließende Spülen mache ich schnell auf der Hand, gehe mich ins Bad rasieren, frisch machen für den Tag und die Arbeit kann beginnen.
Als die Bloghysterie anfangs ins Rollen kam, war ich zwar bereits mit einer Webseite am Start, nicht aber mit einem Blog. So kam es, dass ich mein altes Projekt auf Eis gelegt hatte und selbst in die sogenannte Blogosphäre eingetaucht bin.
Zuerst musste ich mich mal schlau machen, was denn eigentlich ein Blog genau ist. Welche Anbieter dafür geeignet sind und auf was man sonst noch alles achten muss. Für mein neues Projekt habe ich dann auch endlich meine ISDN-Verbindung in die Wüste geschickt und kam endlich in der schnellen Welt des DSL an.
Ich bin dann bei WordPress als Bloganbieter gelandet und habe es bis heute nicht bereut. Anfänglich hatte ich alles aus reinem Spaß gestartet, als ich dann aber nach und nach Werbeangebote bekam und das erste Geld auf meinem Konto verbucht wurde, war mein Interesse erst recht geweckt.
Ich habe mich schleunigst bei den mittlerweile weltbekannten GoogleAds angemeldet, die ersten Werbeplätze wurden eingerichtet und fortan klingelte es umso mehr in der Haushaltskasse.
Doch auch trotz der neuen Geldquelle ist eines stets geblieben: der Spaß am Bloggen! Ohne den es meine Seite auch wohl kaum über all die Jahre hinweg überlebt hätte.
Der Inhalt meines Blogs dreht sich hauptsächlich um Trends, Lifestyle und persönliche Dinge. Continue Reading »
Tags: Blogger
Dez.
21
2009
Es ist 9:00 Uhr morgens. Die Helligkeit im Schlafzimmer lässt einen erwachen, das weitere Hin- und Herdrehen, wird nichts mehr bringen, also bleibt einem nur noch das Aufstehen übrig. Rein in die Klamotten und der erste Griff nach dem Aufstehen geht an die Kaffeemaschine, die schon am vorherigen Abend vorbereitet wurde. Direkt danach wird der PC gestartet, denn man möchte ja wissen, was es Neues im World Wide Web zu finden gibt und auch wie die Besucherzahlen des eigenen Blogs für den gestrigen Tag gewesen sind.
Parallel werden schon einmal die Favoriten mit den ganzen News-Seiten abgerufen, damit man sieht, ob es ein interessantes Thema für einen gibt, worüber man selber ebenfalls etwas schreiben möchte. Nach den ersten Tassen Kaffee muss man sich dann doch mal vom PC losreißen, damit man sich um das Frühstück kümmert. Am besten man erledigt das gleich zusammen mit den Broten für die Arbeit, denn in wenigen Stunden ist es wieder soweit, dass die Arbeit im Call Center ruft.
Schneller als man sich versieht, ist es schon Mittagszeit und ich muss mich auf den Weg zur Arbeit machen. Also raus aus den Wohlfühl-Sachen und rein in etwas, womit man sich auch sehen lassen kann. Dann schnell die Tasche gepackt und ab auf das Rad. Eine Viertelstunde später ist man schon am Ziel und sucht schon einmal den Firmenausweis raus, da man ohne (aus Datenschutzgründen) nicht mehr ins Haus gelassen wird. Ab in die richtige Etage und mal schauen, welcher Platz heute für mich frei ist.
Wie jeden Tag kotzt es einen an, dass andere Kollegen nicht ihren Müll vom Arbeitsplatz beseitigen konnten. Continue Reading »
Tags: Call Center Agent
Dez.
09
2009
Ich sitze hinten auf der Kutsche, die beiden Pferde dir vorne dran gespannt sind, traben gemütlich vor sich hin und von weitem höre ich schon die Musik. Kinder kreischen als sie mich sehen, winken mir zu.
Nein, ich bin kein Märchenprinz, der sich durch seine Traumwelt kutschieren lässt. Auch nicht der Papst. Ich bin der Nikolaus.
So kommt es auch, dass vor unserer Kutsche noch ein Polizieistreifenwagen vorne weg fährt um uns den Weg frei zu machen. Als nächste Station steht ein Supermarkt an.
Heute Morgen bin ich schon gemeinsam mit Knecht Ruprecht durch diverse Schulklassen, um mein Ho, ho, ho zu verkünden und unter den kleinen und großen Kindern prall gefüllte Tüten mit Leckereien zu verteilen. Den ein oder anderen Strolch, den wir mit einem Eintrag im Klassenbuch gefunden haben, bekam eine Rute von dem schwarzen Mann an meiner Seite.
So ging es von Klassentür zu Klassentür… „Na Ihr Lieben, ward Ihr auch alle schön brav dieses Jahr?“
Selbstverständlich schrien alle lauthals „Jaaaaa“. Es ist schön zu sehen, wie sich die Kleinen auf uns freuen. Die einen Lehrer haben zum Anlass sogar ein Lied mit der Klasse einstudiert, welches uns vorgetragen wurde. Andere wurden brav nacheinander zu uns nach vorne geschickt, wo sie dann ihre Naschtüte bekommen haben, aber vor allem glauben die Knirpse noch an den Nikolaus. Welch schönes Gefühl, wenn man das Strahlen in ihren Gesichtern sieht.
Ein Strahlen in meinem Gesicht gibt es heute ebenfalls. Continue Reading »
Tags: Nikolaus
Dez.
02
2009
Ich klettere und klettere und habe bald wieder meinen Aussichtspunkt erreicht. Bei meiner Arbeit gibt es fast nichts schöneres als den Start in den Tag. Die Stadt um einen herum liegt noch größtenteils im Schlaf, vereinzelt hängen die Hügel und Berge noch im Nebel und der Blick zur aufgehenden Sonne ist einfach nur wunderschön.
Seit nun einem Jahr bin ich Kranführer und ich kann die Piloten verstehen, die von der Freiheit über den Wolken sprechen. So hoch ragt mein Turmdrehkran natürlich nicht, aber wenn ich da oben sitze und meiner Arbeit nachgehe, gibt es mir dennoch ab und an ein Gefühl der Freiheit. Abgesehen von meinem kleinen Radio, das vor sich hin summt, genieße ich die Ruhe und das Alleinesein da oben über den Dächern.
Letztes Jahr hatte ich die Ausbildung zum Turmdrehkranführer in Angriff genommen. Die Geräte Ober- und Unterdreher standen an und zuerst kam die theoretische Ausbildung mit Abschluss einer schriftlichen Prüfung, ehe es dann während fünf Tagen Vollzeit auf die Baustelle ging. Continue Reading »
Tags: Kranführer